Ich folge bei der Planung meines ersten eigenen Onlinekurses den Kapiteln von „Ein gutes Ziel“. Nachdem das „Warum“ geklärt ist, geht es darum, von dem Warum Schritt für Schritt mein smartes Ziel abzuleiten. Die Methode, dass Ziele smart sein sollen, ist ja hinlänglich bekannt und gilt als der Standard bei der Zieleplanung.

Was ich schon vor geraumer Zeit festgestellt habe: Klassische smarte Zieleplanung führt für mich zu einer langen To-Do-Liste, aber nicht zwingend zum Erfolg, wenn ich eine ganz wichtige Sache außer acht lasse: Welches starke positive Gefühl verbinde ich mit der Erreichung des Ziels und wie zahlt das, was ich dafür tun muss, auf mein Lebensziel ein? Kurz: Wenn ich in meinem Warum zum Ziel zu kurz komme.

Mein Weg zur Want-To-Do-Liste

Bewusst geworden ist mir das vor etwa zwei Jahren, als ich in meiner alljährlichen Sommerpause auf meine Teux-Deux-Liste (Teux deux ist die schönste To-do-App, die ich kenne) schaute und mich fragte, warum ich da einige Dinge über einen längeren Zeitraum mitschleppte und immer wieder aufschob. Allen gemeinsam war:

Die Aufgaben waren weder besonders komplex noch besonders aufwändig, auch nicht dringlich. Und außerdem – jetzt wird es interessant! Mit allen Aufgaben war ein Versprechen an jemand anderen verbunden. Der eigene Anspruch, ein einmal gegebenes Versprechen einzuhalten, führte dazu, diese Aufgabe nicht von der Liste zu streichen, reichte aber nicht, sie zu erledigen.

Daher fragte ich mich: Warum gibst du das Versprechen an andere und lässt dir soviel Zeit es einzulösen? Wie kann es gelingen, dass künftig nur noch Want-To-Dos auf der Liste stehen, die ich in einem bestimmten Zeitraum tun werde, weil ich es wirklich will?

Ich suchte nach einer neuen Form der Zieleplanung, denn einfach nur Dinge erledigen weil sie erledigt werden müssen, reicht nicht als Motivation, sie auch zu tun.

So stieß ich auf die OKR-Methode. OKR steht für Objectives and Key Results. Die Methode wurde 1999 von John Doerr, einem ehemaligen Intel Mitarbeiter, für Google entwickelt. Ich fand diese Anleitung im Netz und machte ich mich daran, meine eigenen OKRs zu entwickeln. Das war nicht ganz einfach, denn es geht nicht nur um quantitative, sondern auch qualitative Aspekte eines Ziels. Das Ziel muss herausfordernd sein, und gleichzeitig persönlich wichtig. Das ist das neue! Bald war klar: Ganz oben steht für mich das Lebensziel „Entspannt erfolgreich sein“. Zu diesem Ziel habe ich dann drei Key Results formuliert, sprich Ergebnisse, an denen ich erkenne, dass mein Ziel erreicht ist. Nachdem ich überlegte, was ich dafür tun muss, wurde auch schnell klar, dass keiner der liegengebliebenen Punkte auf meiner Teux-Deux-Liste auch nur annähernd darauf einzahlte. Der Entschluss war gefasst: Die Liste wird schnellstmöglich abgearbeitet und dann wird nie wieder etwas darauf landen, das nicht zu meinen Objectives und Key Results passt.

Ein Onlinekurs sollte ein Want-to-do sein – für Verkäufer und Käufer

Meine These ist, dass alle bei der Zielerreichung scheitern bzw. dass das Erreichen eines Ziels mühsam und anstrengend wird, wenn es nicht persönlich ansprechend ist, sondern nur anderen dient. Onlinekurse sind ein sehr gutes Beispiel dafür. Auch mein Onlinekurs soll anderen helfen, besser zu werden, aber er soll auch mir dabei helfen, entspannt erfolgreich zu sein. Ich muss mich darin wiederfinden. Das Angebot muss auch mich darin unterstützen, die zu sein, die ich sein will. Keine Mindfucks. Entspannt erfolgreich.

Es gilt auch anders herum: Mir ist klar, dass die Käufer meines Onlinekurses mit dem Kauf eine ganze Reihe von To-Dos auf ihre Liste packen. Immer wieder höre ich von Menschen, die Onlinekurse bestellt haben: Der liegt gerade auf Eis. Daran arbeite ich nicht weiter. Aus irgendeinem Grund sind aus den Aufgaben keine Want-to-dos geworden. Warum eigentlich nicht?

Mein Anspruch ist, dass die Menschen nur noch mit Wunschkunden arbeiten, weil das meine Vorstellung von entspannt erfolgreich sein ist. Dafür müssen die Profile aber auch wirklich funktionieren. Damit sie funktionieren, müssen die Käufer sie erstellen. Mein Kurs muss eine Want-to-do-Liste nach sich ziehen.

Deswegen begeistert mich die „Fünfmal Warum“-Übung so, denn da ist das gute Gefühl gleich eingebaut. Ich habe mich gefragt, warum ich es tun will. Fragst du dich vor dem Kauf eines Onlinekurses auch fünfmal, warum du ihn kaufen möchtest?

Mein smartes gutes Ziel

Aber nun zu meinem smarten guten Ziel. Folgende Fragen stellt Ernst Neumeister in seinem Buch.

Spezifisch – Was willst du genau erreichen?

Ich konzipiere und launche meinen ersten eigenen Onlinekurs „Der Wunschkunden-Profiler“, bei dem Menschen lernen, wie sie genau zu ihren Wunschkunden kommen. Sie verstehen, warum es sich wirklich lohnt, eine Antwort auf die Mutter aller Fragen zu haben: „Wer ist mein Kunde?“ Sie lernen die einzelnen Schritte der Methode kennen, aber auch die Stolperfallen, und haben am Ende ihre idealen Prototypen messerscharf vor Augen.

Messbar – Ab welchem Punkt gilt für dich dein Ziel als erreicht? Wie lässt es sich quantifizieren?

„Das gute Ziel“, um das es hier geht, gilt für mich als erreicht, wenn der Onlinekurs nach drei Monaten ab Kursbeginn bei Marit Alke am 13. November 2017 kaufbar im Netz steht. Das wäre spätestens der 13. Februar 2018. Nagelt mich darauf gerne fest!

Attraktiv – Welche Bedeutung hat dein Ziel für dich, dein Leben, deine Liebsten, die Welt? Warum lohnt es sich für dich, dein Ziel zu verfolgen?
Weil es mich extrem glücklich macht, anderen Selbständigen und Unternehmern dabei zu helfen, das Arbeiten durch eine starke Marke und ein gutes Marketing angenehmer zu machen, weil sie das tun, was sie lieben und mit den Menschen arbeiten, mit denen sie gerne arbeiten. Das ist meine Vorstellung von entspannt erfolgreich sein. Mit Wunschkunden zu arbeiten steht dabei ganz oben auf der Liste. So arbeite ich seit vielen Jahren. Und du kannst das auch.

Realistisch – Ist es dir möglich, dein Ziel zu erreichen? Wichtig: Dein gutes Ziel darf dich nicht überfordern, sollte aber dennoch herausfordernd sein.

Klar. Ich habe Unterstützung durch Marit Alke und meine Mitstreiter in dem Kurs „Mein erster Onlinekurs“. Ich habe bereits einen Selbstlernkurs zusammen mit Ricarda Kiel innerhalb von drei Monaten gelauncht. Ich weiß also, dass es machbar ist.

Terminiert – Diesen Punkt habe ich freundlicherweise für dich übernommen: Du hast drei Monate.

Zusammengefasst lautet mein smartes Ziel:

Ich konzipiere und launche bis spätestens 13. Februar 2018 meinen ersten eigenen Onlinekurs „Der Wunschkunden-Profiler“, bei dem Menschen lernen, wie sie mit ihrem Unternehmen genau zu ihren Wunschkunden kommen. Sie lernen die einzelnen Schritte der Methode kennen, aber auch die Stolperfallen, und haben am Ende ihre idealen Prototypen messerscharf vor Augen.

Dieses Ziel möchte ich erreichen, weil es mich extrem glücklich macht, anderen Selbständigen und Unternehmern dabei zu helfen, das Arbeiten durch eine starke Marke und ein gutes Marketing angenehmer zu machen, weil sie das tun, was sie lieben und mit den Menschen arbeiten, mit denen sie gerne arbeiten. Die Prototypen seiner Wunschkunden messerscharf vor Augen zu haben, ist dabei der erste und wichtigste Schritt, entspannt erfolgreich zu sein.

Tschakka-bähm! Ein echtes Want-to-do. Aber mit noch einem Fragezeichen.

Was ich mich noch frage oder besser dich

Eine Frage ist bei mir in Sachen Messbarkeit offen geblieben: Wie lange dauert der Kurs?

In welchem Zeitraum entwickeln meine Kursteilnehmer ihre Prototypen? Das hängt auch davon ab, ob es ein Selbstlernkurs ist oder ein Videokurs, ob mit oder ohne Webinar. Meine Erfahrung aus der 1:1 Beratung und den Workshops ist, dass die Menschen schneller und besser zu den klaren Profilen kommen, wenn ich unmittelbar Feedback gebe, wenn sie zu unspezifisch oder doch nicht wirklich echte Wunschkandidaten formulieren. Das spräche für einen Onlinekurs mit Live-Webinar und Feedbackrunden. Dann sind damit aber wieder fixe Termine verbunden und Teilnehmer sind nicht wirklich unabhängig von Zeit. Über welchen Zeitraum müsste sich der Kurs dann erstrecken? Ist eine Woche genug? Beim Selbstlernkurs bestimmen die Teilnehmer selbst das Tempo. Dann fehlt aber die Feedbackmöglichkeit. Du merkst schon: Ich drehe mich an dieser Stelle im Kreis.

Hier will ich dich, liebe Leserin bzw. lieber Leser, nach deinen Erfahrungen fragen: Hast du schon mit sogenannten Avataren oder Wunschkunden-Profilen gearbeitet? Wenn nein, was hat dich davon abgehalten? Wenn ja, wie hat das für dich funktioniert?

 

 

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