Schreiben, um zu schreiben. Nicht Konzipieren, nicht recherchieren. Nur schreiben. Was mir durch den Kopf geht. Da ist oft eine große Hürde. Das Anfangen fällt mir schwer, weil meine Ansprüche mir selbst im Weg stehen. Es gibt da draußen so viele Blogger, so vieles ist schon geschrieben. Was soll ich da noch? Das sind so Glaubenssätze, die mir durch den Kopf gehen. Wenn der Artikel nicht wirklich der Beste im Netz ist zu dem Thema, lohnt sich das doch gar nicht, dem Internet weitere 300 Wörter hinzufügen.
Gleichzeitig weiß ich, dass sich Menschen für meine Gedanken und Überlegungen interessieren. Sie wollen also etwas von mir lesen. Das ist irgendwie beruhigend und motivierend. Wenn es nur nicht so lange dauern würde. Denke ich an meine vergangenen Blogartikel, habe ich Stunden damit zugebracht. Das hält mich in Zeiten wie diesen, wo ich sehr viel Arbeit habe, ab, mir diese Zeitfenster zu schenken. Wann habe ich denn überhaupt mal vier Stunden am Stück? Vielleicht kennst du solche Überlegungen in dieser oder anderer Form.
Gestern hörte ich nun eine Podcastfolge von Amy Porterfield mit Gast Coach Brooke Castillo. Darin ging es um die Frage, warum wir nicht aktiv werden. Im englischen sagen sie „taking action“. Das trifft es etwas besser. In den Gründen habe ich mich so wiedergefunden, dass ich teilweise laut lachen musste.
Es war das Ding mit den Ansprüchen. Wer Perfektion anstrebt, fängt nicht an. Wer sich ein zu großes Zeitfenster für eine Aufgabe imaginiert, fängt dann nicht an. Die Lösung ist einfach: Ansprüche runterschrauben auf die Note 2- statt 1 mit Stern und ein klares, aber kurzes Zeitfenster geben. Sich erlauben immer wieder zu scheitern.
Das ist nun mein live nachzuverfolgender Versuch, Blogartikel in 10 Minuten (Timer läuft) und ohne abzusetzen schreiben. Ich habe die Idee, dass es eine 2- ist. Dass du vielleicht trotzdem inspiriert bist, auch ermutigt, selbst deine Ansprüche herunterzuschrauben und Blogartikel in 10 Minuten zu schreiben oder wie Brooke eine Podcastfolge in zwei Stunden aufzuzeichnen oder einen Newsletter in 30 Minuten zu verfassen. Egal was, Hauptsache du produzierst. Überhaupt sei produzieren wichtiger als Arbeiten. Wir denken, wir arbeiten, aber eigentlich denken wir über ein Thema nach, wiegen es hin und her, aber letztlich produzieren wir nichts. Brooke nennt das „mindchattering“. Man kann acht Stunden arbeiten ohne ein einziges Ergebnis produziert zu haben. Ich habe das schon geschafft. Es braucht aber Ergebnisse, um Erfolg zu haben.
Ein so ein Ding, das wie ein Damoklesschwert über mir hängt, ist mein ungeschriebenes Buch. Ich sage immer, ich schreibe ein Buch, aber eigentlich stimmt das gar nicht. Ich konzipiere, wäge ab, denke nach, warum ich es nicht auf die Ketten kriege. Ist es ein Zeitmanagementproblem? Ist es ein Konzentrationsproblem? Nein! Es ist ein Produktionsproblem. Ich muss die Zeit, die ich in meinem Kalender dafür reserviert habe, einfach mit Scheiben verbringen. Ich muss das Buch schreiben, nicht denken.
Also Freischreiben. Diese Übung hilft mir hoffentlich, genau das Ergebnis hinzubekommen.

Dies ist der erste von 30 Artikeln, die ich nun jeden Tag in 10 Minuten schreiben werden. Die Idee des „Freischreibens“ geht zurück auf einen Newsletter der großartigen Ricarda Kiel. Ihre „Briefe an die Selbständigkeit“ kann ich sehr empfehlen.

Wenn du magst, schenke mir ein Thema, zu dem du einen #10minBlog Beitrag lesen möchtest.

22 Comments

  • Tolle Idee, Maren. Ich schenke Dir das Thema „Persönlich oder privat – so erlebst Du mich im Netz-Leben“. Ich bin gespannt, wo Du welche Unterschiede machst, feine oder dicke Linien ziehst und überhaupt freue ich mich von Dir zu lesen. Go go go.

    • Das freut mich, vielen Dank für die schöne Rückmeldung, liebe Eva, und vielen Dank für das Geschenk, das ich hiermit in meine Themenliste aufgenommen habe.

  • Schööööön. Ein mögliches Thema für dich: Der Weg in deine Geschichte. An welcher Stelle betrittst du die Welt, die du durch Schreiben erschaffst? Ist da eine Tür, ist da ein Richtung?

    Vergnügte Grüße
    Ruth

    • Liebe Ruth, das ist ein wundervolles, herausforderndes Thema. Ich frage mich, habe ich überhaupt eine Tür? Wir werden es herausfinden 🙂

  • Oh ja, das kommt mir aber bekannt vor. Einfach mal machen – ich finde dein 10-Minuten-Vorhaben eine seeehr gute Anregung!! 👍🏻😊

  • Liebe Maren – klasse, dass Du Dir selbst diese Challenge auferlegt hast, ich bin begeistert!! Du schreibst mir aus der Seele – dieses „einfach machen+produzieren“ fällt oft so schwer! Der Podcast von Amy hat Dich inspiriert, danke für diesen Hör-Tipp, mich hat er auch gleich eingefangen und dann zu lesen, was Du für Dich daraus gleich umgesetzt hast….motiviert mich, mir auch eine eigene 10min Challenge zu überlegen. Herzliche Grüße Caroline

    • Liebe Caroline, vielen Dank für deine ermutigende Rückmeldung. Was ich bei dir so toll finde, wie locker du morgens deine Videos auf Facebook postest. Das wäre für mich auch eine große Herausforderung. Vielleicht meine nächste Challenge? Keep up the great work <3

  • Ein tolles Vorhaben und eine starke Entscheidung, dich eben nicht vom Abwägen blockieren zu lassen. Mich würden zum Thema Perfektion noch mehr intuitive Gedanken von dir interessieren: Woher kommt dieser Perfektionsdrang? Warum sind Frauen tendenziell perfektionistischer (oder kommt nur mir das so vor)? Kann man sich Gleichgültigkeit wirklich antrainieren? Fragen über Fragen. 😉

    • Liebe Julia, vielen Dank! Das sind echt gute Fragen. Ich nehme das Thema gerne auf! Gefühlt werde ich wahrscheinlich nur ein Drittel deiner Fragen schaffen, aber das ist ja schon mal ein guter Anfang 🙂 Ich habe das Thema Perfektionismus in meinen Themenplan aufgenommen. Was sind deine Überlegungen zu dem Thema? Zählst du auch zu den Perfektionisten? Es ist ja auch nicht immer etwas schlechtes. Viele Grüße!

  • Hallo Maren,
    klasse Idee, die mich sehr inspiriert. Ich bin auf die kommenden Tage gespannt – und wer weiß, vielleicht bleibst Du ja über die 30 Tage hinaus dabei?
    Jedenfalls werde ich das nach meiner Sommerpause in der einen oder anderen Form auch mal ausprobieren.
    Zauberhafte Grüße
    Birgit

    • Das freut mich, liebe Birgit! Ganz bestimmt, werde ich das in der einen oder anderen Form weiterführen. Da bin ich mit jetzt schon ziemlich sicher. Bin gespannt, wie du es umsetzt!

  • Liebe Maren,

    tolle Idee, sobald sich mein Kuddelmuddel gelegt hat, will ich auch mitmachen, wenigstens für einen Beitrag.

    Du wirkst auf mich sehr stark und selbstbewusst, stets mit beiden Beinen auf dem Boden.

    Mich würde als Thema interessieren „In diesen Situationen fühle ich mich klein mit Hut“. Vielleicht hast du ja Lust drauf.

    Herzliche Grüße
    Sabine

    • Liebe Sabine,
      herzlichen Dank! Das stimmt, so wirke ich. Meistens ist das auch so. Tatsächlich gibt es aber auch einige Situationen, in denen ich mich ganz klein fühle. Gerne schreibe ich dazu etwas.
      Liebe Grüße, Maren

  • Liebe Maren,
    Du kennst mich gar nicht, ich Dich nur „virtuell“. Wie kann es sein, dass Du mich hier beschreibst. 😉
    Hut ab, dass Du mitmachst und wie Du mitmachst. Ich finde das Vorgehen, die Challenge, mehr als interessant und hoffe, dass ich (vielleicht? irgendwann? …) einsteige. Mein Blog liegt seit 1,5 Jahren brach, in meinem Kopf stapeln sich die Texte… Eine Mindchattererin, die ihresgleichen sucht.
    Dir alles Gute und weiter so!
    Herzliche Grüße
    Ellen Blessing

    • Hallo liebe Ellen, Schwester im Geiste 😉 Vielen Dank für dein Feedback zu meiner Challenge. Das motiviert mich sehr. Ich habe gerade ein lustiges Bild vor Augen, von einem Kopf, in dem sich Texte stapeln. Diese Challenge ist ja völlig offen und du kannst sie, wann immer es für dich passt, beginnen. Oder einfcah auch nur einen #10minBlog Artikel schreiben – ganz ohne Challenge. Liebe Grüße, Maren

  • Wow! Danke dir, Maren!!
    Patricia Moro hat mir von deiner Aktion erzählt und ich werde mich dir anschließen und dich verlinken, wenns ok ist.
    30 Tage, 10 Minuten: was für eine Idee!!!
    Liebe Grüße, Susanne

    • Super gerne, liebe Susanne! Ich verlinke dann gerne am Ende meines Artikels zurück. Freue mich, von dir zu lesen! Liebe Grüße, Maren

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