Tick tack, die Zeit läuft. Wenn ich den #10minblog starte, läuft der Timer bedrohlich runter. Irgendwann vergesse ich das und schreibe einfach. Eigentlich läuft im ganzen Leben kontinuierlich der Timer, wir vergessen es nur. Ab dem Zeitpunkt, wo wir auf die Welt kommen, läuft unsere Zeit ab. Und doch hatte ich als Kind das Gefühl, ich hätte ewig Zeit. Es war teilweise sogar total langweilig. Ich erinnere mich an verregnete Sonntage, an denen ich den Eindruck hatte, sie enden gar nicht.
Heute ist das komplett anders. Die Tage scheinen nie lang genug zu sein, für alles was ich vorhabe, und alles, was zu tun ist. Dabei sind die Tage genauso lang wie immer. 24 Stunden á 60 Minuten. Die Perspektive auf die Zeit hat sich im Laufe meines Lebens verändert. Meine Kollegin Suanne Westphal meinte einmal, sie wünschte, sie hätte als Kind auf eine Langeweilekonto einzahlen könne, von dem sie heute Langeweile abheben könnte. Das Bild gefiel mir. Es geht natürlich nicht.
Ich bin irgendwann an den Punkt gekommen, wo mir bewusst geworden ist: Zeit gibt es nicht geschenkt, Zeit muss ich mir nehmen. Zeit für schöne Aktivitäten. Zeit fürs Malen. Zeit für gutes Essen. Zeit für Einkaufen. Zeit zum Schlafen. Zeit für mein Ehrenamt. Zeit für alles mögliche, was ich gerne in meinem Leben hätte. Zeit für mich.
Interessanterweise nehmen sich manche Dinge einfach ihren Raum im Tag, ohne dass ich es wirklich merke. Social Media ist so etwas, wo ich die Zeit vergessen kann. Ich denke, ich checke mal eben meinen Instagram Account oder Twitter, und plötzlich ist eine Stunde um! Da erschrecke ich über ich selbst.
Wenn ich Zeit vergessen kann, kann ich sie natürlich auch bewusst nehmen. Genau das tue, wenn ich ein neues Vorhaben habe. Ein wichtiges Ziel. Im gestrigen Artikel schrieb ich über meine Luftpolsterfolie im Leben: Ich nehme bewusst Auszeiten von meiner Arbeit. Plane Workation, Malen, Auszeittage und Urlaub bereits am Jahresanfang fix ein. Auch Tage, an denen ich am Unternehmen arbeite. Meinen wöchentlichen Vorstandscall bei den Digital Media Women, meine Buchhaltung. Letzteres nenne ich „Date mit meinem Geld“, um es mir etwas schöner zu reden.
Alles, was mir wichtig ist und sich fix planen lässt, plane ich ein. Manches lässt sich aber auch nicht planen. Da nehme ich etwas vor und erkenne irgendwann, jetzt ist die Zeit reif! Jetzt ist es dran. Mein Buchprojekt war so etwas. Das waberte schon ewig in meinem Hinterkopf. So habe ich mir dann Anfang des Jahres eine Woche pro Monat für das Buch reserviert. Es gelingt mir nicht immer so richtig toll, sie komplett von allem zu befreien, aber immerhin, bekommt das Projekt dann mehr Aufmerksamkeit. Bevor ich den Vertrag unterschrieben habe, habe ich mich gefragt: Wann schreibst du das Ding eigentlich? Die Tage werden ja nicht länger, nur, weil du ein Buch schreiben willst. Etwas anderes aufgeben konnte und wollte ich nicht. Also was tun? Wie werde ich leistungsfähiger in der gleichen Zeit? Die Lösung: Ich esse keinen Zucker mehr. Dadurch fällt das Mittagsloch weg, ich schlafe tiefer und besser, bin also ausgeruhter am Morgen. Zucker war rückblickend eigentlich ein noch größerer Zeitfresser als Social Media 😉

Dies ist der vierte von 30 Artikeln, die ich nun jeden Tag in 10 Minuten ohne abzusetzen schreibe. Warum ich das tue, kannst du im Artikel „Freischreiben“ nachlesen. Wenn du magst, schenke mir ein Thema, zu dem du einen #10minBlog Beitrag lesen möchtest. Dieses Thema wünschte sich Julia Post.

Wenn dich diese Challenge begeistert, schließe dich gerne an! Katja, IngaSteffi, Martina, Stefanie und July sind auch schon dabei. 

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