Kürzlich wurde ich von einer Gründerin gefragt, wann ich wusste, dass ich es geschafft hatte. Ich musste kurz innehalten, denn diese Frage hatte ich mir noch nie gestellt. Ich fragte sie, was sie mit „es“ meinte. Damit meinte sie mit meiner Selbstständigkeit, meinem Business. Puh! Je länger ich darüber nachdachte, desto weniger konnte ich die Frage beantworten. Ich ging meine Meilensteine der letzten zehn Jahre durch. Klar, es gab Momente, in denen ich wusste, dass ich geschafft hatte, was ich mir als nächstes vorgenommen hatte. Ich wusste allerdings auch, dass es noch nicht das ist, was ich insgesamt schaffen konnte.

Solche Meilensteine waren: Mein Business trägt sich selbst. Alle investierten Kosten haben sich refinanziert. Ich kann mich und meine Kinder ernähren. Ich zahle regelmäßig in meine Altersvorsorge ein und habe ein Krankentagegeld. Mache Urlaub. Ich habe einen bestimmten Umsatz und monatlichen Gewinn. Ich arbeite mit Wunschkunden zusammen. Einführung der OKR-Methode. Ich habe mein erstes digitales Angebot im Team entwickelt und auf den Markt gebracht. Dann das zweite alleine.

Mein oberstes Ziel ist, wie ich hier schon geschrieben habe, entspannt erfolgreich zu sein. Das ist ein Ziel, das ich jeden Tag neu füllen muss. Ich habe sieben Bereiche für mich definiert, zu denen ich bestimmte Dinge getan oder geschafft haben möchte. Jede Woche schaue ich zurück, was geschafft habe und nehme mir neue Dinge für die nächste vor. Jeden Tag mache ich kleinere oder größere Fehler. Jeden Tag lerne ich etwas. Entspannt erfolgreich Sein war letztes Jahr etwas anders als es nächstes Jahr sein wird.

Jeff Bezos, der Gründer von Amazon hat in seinem Unternehmen die Devise ausgegeben, dass jeden Tag „Day One“ ist, also Tag 1. Auf die Frage, wie Tag 2 aussehe, meinte er: Das ist das Zufriedengeben mit einem Status Quo, gefolgt von Stillstand, gefolgt von einem langen quälenden Tod. Das klingt hart, aber letztlich ist es so. Schon während eines Praktikums bei der Deutschen Bank sagte die Personalerin zu mir „Stehen bleiben heißt rückwärts gehen“.

„Wenn wir aufhören, besser zu werden, werden wir bald nicht mehr gut sein“ wusste schon Oliver Cromwell (1599 – 1658).

Für mich war seit jeher der Drang nach Veränderung und Verbesserung Antreiber. Deshalb halte ich es mit der Devise von Jeff Bezos: Es ist immer Tag 1. Ich hatte noch nie das Gefühl: Jetzt habe ich „es“ geschafft! Du?

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